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Etwas was mir auf dem Herzen liegt…

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Ich habe lange darueber nachgedacht ob ich dieses Thema ansprechen soll und immer wieder von mir geschoben, aber ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich etwas sagen muss. Ich werde es auch nur einmal ansprechen und dann ignorieren sollte das Thema noch einmal angesprochen werden. Ich habe nach gewissen Gespraechen immer wieder versucht sofort zur Tagsordnung zu uebergehen, aber da ich mit Depressionen und Panikattacken zu tun habe, beschaeftigt mich das immer laenger als noetig und ich kann damit einfach nicht umgehen da es mich entweder in eine Panikattacke, oder Depression stuerzt. Natuerlich betrifft dieses Thema nicht jeden, aber ich wurde leider zu oft in den letzten Monaten darauf angesprochen und somit werde ich das jetzt generell ansprechen (als Vorbeugung sozusagen 😉 )  um in der Zukunft hoffentlich damit keine Probleme mehr zu bekommen.

Ich rede von dem leidigen Thema der amerikanischen Politik, unserer letzten Wahl und unserem Praesidenten Donald Trump. Ich finde es toll, dass die Europaer so sehr an der Politik von anderen Laendern interessiert sind, aber wenn schon Bemerkungen darueber gemacht werden, dann solltet Ihr auch bereit sein wirklich zuzuhoeren was man zu sagen, denn wir haben in den USA gelebt und wissen was hinter den Kulissen (die Dinge die man als Buerger erlebt und die Medien nicht unbedingt herumtoenen) abgeht und was bestimmte Entscheidungen von Politikern verursachen. Die Medien verbreiten nur die Sachen die sich gut vermarkten lassen und das widergeben was sie wollen und hat oftmals fast gar nichts mit der Wahrheit zu tun (das wird hier in Deutschland mit den Medien und der Politik sicher auch nicht anders sein).

Ich habe Donald Trump nicht gewaehlt und bin nach wie vor skeptisch was ihn angeht, aber ich bin es auch leid staendig angegriffen zu werden so als ob ich persoenlich daran Schuld bin, dass er jetzt unser Praesident ist. Ich habe einen anderen Blickwinkel wie viele da ich in Deutschland aufgewachsen bin und somit weiss warum die Deutschen so denken und reden wie sie es machen, aber ich habe jetzt auch 12 Jahre in den USA gelebt und weiss somit auch was dort abgeht und warum viele Amerikaner (zu denen ich nun auch gehoere) so denken wie sie es tun. Ich kann die Gruende verstehen warum Donald Trump gewaehlt wurde, aber das bedeutet nicht dass ich mit allem uebereinstimme, oder aber das damit die Probleme in den USA beseitigt sind. Die Amerikaner (die Trump gewaehlt haben) hatten es einfach satt sich von unehrlichen Karrierepolitikern an der Nase herumfuehren zu lassen und somit hatte Trump, als Nicht-politiker, eben gute Chancen. Was viele ausserhalb der USA nicht mitbekommen haben ist, dass die Medien bestimmen wollten wer in den USA gewaehlt werden soll und den Amerikanern ihre Meinung aufzwingen wollten und waren dann ueberrascht und schwer beleidigt als das in die Hose ging. Es ging vieles bei unserer Wahl ab das unehrlich und sogar kriminell war und das hatte nichts mit Trump zu tun. Das wurde selbverstaendlich nicht von den “grossen” Medien berichtet denn dann haetten sie ja zugeben muessen, dass sie etwas gemacht haben was nicht in Ordnung war.

Ich nehme Donald Trump und seine Verruecktheiten nicht in Schutz, aber ich habe auch schon einiges gutes von ihm mitbekommen das eben fast gar nicht in den Nachrichten und Berichten ueber ihn erwaehnt wird und man nur hinten herum mitbekommen hat. Er ist und bleibt ein Grossmaul, da besteht gar kein Zweifel, aber die Hasskampagnen die die Medien und Politiker und eben auch “Beruehmtheiten” seit letztem Jahr gegen ihn gestartet haben, sind echt nicht mehr schoen. Man muss einen Praesidenten nicht moegen und mit ihm uebereinstimmen, aber wenn Schauspieler und Saenger oeffentlich zugeben, dass sie darueber nachgedacht haben das Weisse Haus in die Luft zu sprengen oder dazu aufrufen den Praesidenten umzubringen, dann ist das echt nur noch widerlich und satanisch. Ich habe gewiss nicht die beste Meinung ueber Obama und anderen Politikern der Demokraten (und auch Republikanern), aber Trump mit Tod und Gewalt zu drohen, nur weil man eine andere politische Einstellung hat oder eben nicht das durchgesetzt bekommen hat was man moechte, ist einfach nur total daneben und das haette ich auch bescheuert gefunden wenn es eben einen anderen Praesidenten/ Politiker betroffen haette.

Ich habe kein Problem damit vernuenftig ueber Meinungsverschiedenheiten zu sprechen und auch meine politische Einstellung zu eroertern, aber wann immer das Thema aufkam, habe ich mich attackiert gefuehlt und immer das Gefuehl gehabt ich muss mich persoenlich und meine Amerikanischen Mitbuerger verteidigen. Ich hab darauf einfach keine Lust mehr. Ich habe mich mit Absicht in den letzten Monaten sehr von politischen Gespraechen, politischen Facebookposts und generell der Politik zurueckgezogen da ich vor unserer Wahl (und leider auch hinterher) gesehen habe wie erfolgreich die Medien waren Hass, Streit und Aggressivitaet zu verbreiten. Ich bin nach wie vor geschockt und traurig wie Leute sich so aufstacheln lassen haben, dass sie sie sich (wegen politischer Meinungsverschiedenheit wohlgemerkt) von Freunden und eben auch Familienmitgliedern abgewandt haben. Das hatte nichts mit den Politikern zu tun, denn die haben nur ihren bloeden Wahlkampf ausgetragen, aber den Medien so viel Einfluss im eigenen Leben zu geben, ist einfach nur dumm!

Warum habe ich das bisher nicht in Diskussionen angesprochen? Erstens: Ich habe nie wirklich das Gefuehl gehabt das jemand an meiner ehrlichen Meinung interessiert war, denn wenn ich angesprochen wurde, glich das eher einem Angriff: “Was denkst du denn jetzt von deinem Praesidenten?” oder “Findest du es toll was DEIN Praesident wieder gemacht hat?” Wer mag darauf schon ehrlich antworten? Der Tonfall sagte mir, dass die Person die mich ansprach nur argumentieren wollte oder aber versuchen wollte mir ihren Willen aufzuzwingen und da stehe ich gar nicht drauf. Wenn Ihr moechtet, dass ich Euch und Eure Meinungen respektiere und akzeptiere, muesst Ihr auch bereit sein das ebenfalls zu tun. Wenn ich meine Meinung mit Euch teile, erwarte ich nicht, dass Ihr es genauso seht wie ich, oder aber Eure Meinung aendert, aber wenn Ihr nur darauf aus seid mir Eure Meinung aufzuzwingen und nicht bereit seid wenigstens zuzuhoeren, dann koennt Ihr auch nicht erwarten das ich Eure Meinung akzeptiere und respektiere oder Euch zuhoere. Wir muessen nicht einer Meinung sein um vernuenftige Diskussionen zu haben, aber ich habe keine Lust mehr aufs argumentieren und mich verteidigen muessen. Wenn Ihr mich und meine Meinungen nicht akzeptieren koennt und nur mit mir vernuenftig redet, wenn wir die gleiche Meinung haben, dann koennen wir gewisse Dinge einfach nicht mehr besprechen und ich werde in Zukunft auch nicht mehr darauf eingehen wenn ich das Gefuehl habe, dass es nur wieder eine Attacke ist. Ihr duerft Eure Meinung haben, aber das darf ich auch!

Zweitens: Ich bin nicht sehr gut was verbales argumentieren betrifft und somit aggressiven Angriffen nicht gewappnet. Ich hasse aggressive Auseinandersetzungen und finde es total daneben wenn man, aus heiterem Himmel noch dazu ueber etwas so unpersoenliches, persoenlich angegeriffen wird. Ich kann mich besser ausdruecken (und auch wehren), wenn ich es aufschreiben kann (deswegen auch dieser blog post), denn dann kann man nicht unterbrochen werden und auch wirklich das sagen was man moechte.

Wie gesagt, ich kann die Deutschen aber auch die Amerikaner verstehen und warum sie so denken wie sie denken. Ich weiss auch, dass nicht jeder von Euch Diskussionen mit mir ueber politische Sachen gefuehrt hat, aber ich hatte genuegend Situationen in denen das der Fall war und ich hab einfach keinen Bock mehr das leidige Thema zu besprechen moechte aber das Ihr wisst warum ich so allergisch auf gewisse Dinge reagiere. Es ist auch total okay fuer mich, dass Ihr vielleicht anders ueber gewisse Sachen denkt, aber es waere trotzdem schoen wenn Ihr mich und meine Meinungen akzeptieren koenntet und mir nicht das Gefuehl gebt, dass ich keine Ahnung habe wovon ich rede. Glaubt mir ich habe mich sehr intensiv mit unserer Wahl und unseren Politikern sowie den Luegen der Medien befasst und hab mir meine Meinung nicht aus einer Laune heraus gebildet. Es gibt immer zwei Seiten zu jeder Situation und ich glaube wir koennten viel erfolgreicher sein etwas zu veraendern und auch besser miteinander auszukommen wenn wir bereit waeren das Gute in anderen zu sehen, andere so zu akzeptieren wie sie sind (das bedeutet nicht, dass wir so denken muessen wie sie) und vorallem vorsichtiger werden was die Glaubwuerdigkeit der Medien angeht. Ich habe bis vor einigen Jahren wenig angezweifelt, aber das hat sich sehr geaendert nachdem ich gesehen habe was fuer Luegen verbreitet wurden und es eben hinterher bewiesen wurde, dass es Luegen waren.

Ich wollte und musste meine Gedanken und Gefuehle einfach mal zum Ausdruck bringen um mit der ganzen Negativitaet besser klarzukommen und auch damit Ihr wisst warum ich in Zukunft in gewissen Diskussionen einfach das Thema wechsele oder einfach nicht darauf eingehe. Meinungsunterschiede sind in Ordnung, aber Beziehungen zu pflegen sind wesentlich wichtiger als politische Unterschiede zu argumentieren. Wenn man zu unterschiedlich denkt, kann man auch Unterhaltungen fuehren ohne diese Streitthemen zu eroertern. Ein Grund warum ich nicht zurueck nach Deutschland ziehen wollte, ist der, dass ich immer das Gefuehl habe mich und meine amerikanischen Einstellungen und Meinungen verteidigen zu muessen. Es muss nicht jeder so denken und fuehlen wie wir Deutschen und es ist okay andere zu akzeptieren auch wenn wir vielleicht nicht verstehen koennen warum sie so und so sind und denken. Der Himmlische Vater hatte seinen Gruende warum wir so unterschiedlich sind und in unterschiedlichen Laendern/ Kontinenten leben. Ihr als Personen seid mir wichtig und deswegen moechte in Zukunft auch Streitgespraeche und ungute Gefuehle so gut es geht vermeiden.